Rückblick auf das Jahr 2012

Leider mussten wir 2012 von 2 unserer Kegelkollegen und –freunde Abschied nehmen:

 

Dr. Willim Peter verstarb am 26. November 2012 im 73. Lebensjahr nach einigen Monaten Krankheit. Er spielte zuletzt im Frühjahr noch bei der Clubmeisterschaft mit, die er jedoch nicht mehr beendete.

 

Reigl Dieter wurde plötzlich aus unserer Mitte gerissen. Er verstarb am 21. Dezember 2012 im 69. Lebensjahr während des letzten Herbst-Meisterschaftspiels auf unserer Kegelbahn, weshalb dieses Spiel abgebrochen werden musste und erst im Frühjahr fertiggespielt wurde.

 

Lieber Peter!
Lieber Dieter!
Ihr ward uns uns gute Freunde und Kollegen – wir werden Euch vermissen!!!

 

Neuigkeiten für das Spieljahr 2012/13

Ab der Herbstsaison 2012 haben wir unseren Namen wieder in ESV Krems geändert. Wir haben dadurch auch neue Dressen angeschafft.

 

Auch haben wir uns um 4 neue Spieler erweitert: Gruber Karl, Schmied Erna, Stift Gerhild und Stift Otto.

 

Unsere 2. Mannschaft ist von der D-Liga in die C-Liga aufgestiegen.

 

Wir freuen uns auf die neue Herausforderung!!!

 

70 JAHRE ESV VORWÄRTS KREMS


1937 - 2007


Als im Jahre 1937 erstmalig einige Männer und Frauen zusammen traten, um das Kegeln als Sport auszuüben, wurde wohl der Grundstein für den Kegelsport in Krems gelegt.

 

 Auszug aus der
 
GRÜNDUNGSHAUPTVERSAMMLUNG 
des ESV Vorwärts Krems
am 30.08.1937 um 21.00 Uhr

 

Herr Alois Türk Prov. Obmann eröffnet das Wort und begrüßt die Kegelschwestern und Kegelbrüder auf das Herzlichste und übergab Herrn Karl Schrenk den bevorschlagten Wahlaus-schuss, welcher mit einer 2/3 Mehrheit angenommen wurde.

 

Obmann: Josef Witka,

Kassier: Alois Türk,

Schriftführer: Karl Mertzik,

Sportwart: Franz Sauschlager

Kontrolle: Karl Schrenk und Karl Ruzicka 

 

Um 22:00 Uhr hat Herr Obmann Witka die Gründungs- Hauptversammlung mit einem kräftigen „GUT HOLZ“ geschlossen. 

Unter anderem wurde damals der KSK Krems gegründet, der 1938 nach den politischen Ereignissen als Reichsbahnsportgemeinschaft weiter bestand.

Den Keglern stand die Kegelbahn im Gasthaus Sauschlager in Weinzierl zur Verfügung, auf der die Vereinsmeisterschaften, Klubmeisterschaften und alle anderen Veranstaltungen durchgeführt wurden.

Dem damaligen KSK Krems gehörten 14 Mitglieder an und das Bestreben der Vereinsleitung war, diese kleine Gemeinschaft zusammenzuhalten. Diese Aufgabe war nicht immer leicht, bestand doch gerade zu dieser Zeit bei den vier Kremser Vereinen ein großer Wandertrieb.

Durch die verschiedenen Veranstaltungen wurde dem Kegelsport noch mehr Aufmerksamkeit gezollt und Auftrieb gegeben.

Nach sorgsamen Beratungen der Vereine wurde der Beschluss gefasst, in Krems Asphaltbahnen zu errichten. Mit großen Opfern und vielen freiwilligen Arbeitsstunden kam dann noch im Jahre 1937 die erste Asphaltdoppelbahn zustande.

Bei der feierlichen Eröffnung am 2. Oktober 1937 fand unter der Leitung des NÖ Landesver-bandes ein Wettkampf mit Beteiligung von Vereinen aus NÖ. u. Wien statt.

Diese Veranstaltung erregte auch bei der Bevölkerung der Stadt Krems großes Interesse. Als Ehrengäste wurden seitens der Stadt Krems Herr Bürgermeister Dir. Ramböck und Herr Gemeinderat Stöger begrüßt, ferner erschien der Präsident des NÖ Sportkegelbundes, Herr Amtsrat Kirschner, sowie Bundessportwart Zeihammer und der Präsident des NÖ Kegelverbandes, Herr Kieß.

 

Die ESV VORWÄRTS KREMS wurde durch folgende Mannschaften vertreten:

Herren: Witka, Czipin, Täuber, Sauschlager, Türk und Mertzik

Damen: Haumar, Wintersberger und Witka 

 

1938 wurden erstmalig die Gaumeisterschaften ausgetragen, wobei Blechinger und Neumeier ganz besondere Erfolge erzielten.

  Durch Einberufung zur Wehrmacht wurde die Anzahl der Sportkegler vielfach dezimiert und es erfolgte die Fusionierung der Vereine KSK Krems, KSK Kremstal und KSK Wachau zur Reichs-bahnsportgemeinschaft, sodass nun in Krems zwei Vereine und zwar Reichsbahnsport und KSK Austria Krems bestanden.

Durch die Kriegsereignisse wurden die sportlichen Aktivitäten immer geringer und der Betrieb schließlich völlig eingestellt. Aber bereits 1946 taten sich in unserem leidgeprüften Land einige Funktionäre und Spieler, die das Glück hatten zu überleben, zusammen, um die Kegelsektion unter dem Namen ESV VORWÄRTS KREMS neu aufzubauen.

Die Kegler übersiedelten vom Gasthaus Sauschlager auf die Sportbahnen „Alte Schießstätte“, wo nach und nach der Betrieb im vollen Umfang wieder aufgenommen wurde. Allmählich kamen auch wieder die Heimkehrer zurück und bald war wieder eine schlagkräftige Mannschaft beisammen. Die Führung der Kegelsektion übernahm Herr Witka, Kassier wurde Herr Mittelhofer, die sportliche Leitung übernahm Herr Sauschlager und Herr Zeugswetter übernahm die Schriftführung.

Durch die finanzielle Belastung der Kegler, die für sämtliche Sportutensilien aufzukommen hatten, war es nicht immer leicht, das Gefüge der Sektion zu halten und weiter auszubauen. Man war bemüht, Abhilfe zu schaffen und so ging man daran, Veranstaltungen abzuhalten.

Unter der Ära des 1948 zum Sektionsleiter gewählten Herrn Feiler wurde die Durchführung eines Weinlesefestes sowie eines Keglerballs beschlossen.

Die Veranstaltungen, die sich besonders in Weinzierl großer Beliebtheit erfreuten, brachten der Sektion zwar keinen Reichtum, aber doch eine finanzielle Hilfe. Wenn man bedenkt, dass schon damals eine Kugel ATS 300,-- und ein Satz Kegel ATS 700,-- kostete, war dies nur zu begrüßen.

Im Jahre 1949 gelang der Sektion Kegeln wohl der schönste Erfolg: Mit der Mannschaft SAUSCHLAGER - BLECHINGER - DOPPLER - MAYR - ENDL u. FRANZ MITTELHOFER wurde der BUNDESMEISTERTITEL erstmalig von der Metropole Wien in ein Bundesland entführt.

Im Jahre 1950 wurde auf Betreiben des Herrn Sektionsleiters Feiler und durch die großzügige Unterstützung des Herrn Ober-Baurates Dipl. Ing. Köllner, beim Bau des neuen Bahnhofs auch die Errichtung einer eigenen Sportanlage angestrebt. Nach mühsamen Verhandlungen konnten diese beiden Herren die zuständigen Stellen von der Notwendigkeit dieses Projektes überzeugen und im Juli 1951 wurde unter tatkräftiger Mithilfe der Kegler die Anlage fertig gestellt.

Die Herren Czipin, Witka, Sauschlager und Mitterhofer, um nur einige zu nennen, verdienen hier erwähnt zu werden, opferten sie doch jede Stunde Freizeit, um die Fertigstellung der Bahn zu beschleunigen.

Höchstes Lob verdienen auch die Ingenieure und Professionisten der Bundesbahn, die durch vorbildliche Planung und Ausnutzung jedes Quadratmeters eine, den sportlichen Ansprüchen gerecht werdende, Sportanlage geschaffen haben.

Im Juli 1951 wurde die Anlage der Kegelsektion übergeben, und für die besonderen Verdienste des Herrn Ober-Baurates Köllner auf den Namen "Ing. Köllner – Bahn" getauft.

Am 25. und 26. August 1951 fand unter Beteiligung von ESV Mannschaften aus allen Bundesländern ein Eröffnungsturnier um den Wanderpokal der Bundesbahndirektion Wien auf der Sportanlage statt.

Als Besitzer einer eigenen Kegelbahn war es nun ein Leichtes, an die Vergrößerung der Sektion zu denken. Der Mitgliederstand erhöhte sich im Jahr 1953 sprunghaft. Nicht alle blieben, einige sind noch heute dabei und üben heute als Senioren den Kegelsport aus.

1953 wurde die Landesmeisterschaft gewonnen, was den Aufstieg in die Bundesliga bedeutete.

1954 übernahm Herr Zeugswetter die Sektionsleitung. Die Sektion hatte durch die Zugehörigkeit zur Bundesliga mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen. Im Ausschuss wurde daher beschlossen, Gesellschaftsschnapsen und Preiskegeln durchzuführen, um die schwierigen Zeiten zu überwinden. Diese Veranstaltungen werden auch heute noch mit Erfolg abgehalten.

1955 gelang Frau Maria Langmayer der Sieg bei den Landeseinzelmeisterschaften und im gleichen Jahr wurde sie auch Meisterin von Österreich.

1957 wurde Herrn Mayer die Sektionsleitung übertragen. In dieser Zeit wurden der Bau der sanitären Anlagen und die Vergrößerung des Zuschauerraumes vorgenommen. Erstmalig wurde auch das Problem derAutomatisierung der Kegelbahn erwähnt.

Aber erst im Jahre 1960 wurde unter der Führung des neuen Sektionsleiters Erwin Langmayer, das Projekt ernstlich in Angriff genommen. Herr Langmayer übernahm die Verhandlungen mit der Firma Spieht und dem Sportreferat der Österreichischen Bundesbahnen. Die Anschaffungskosten betrugen immerhin ATS 120.000,--. Nachdem die ersten Bemühungen scheiterten – von der Sektion sollte ein Viertel der Anschaffungskosten selbst aufgebracht werden – gelang es, mit Unterstützung sämtlicher Mitglieder, durch Sammlungen, Bittgesuche und Spenden von Firmen, sowie durch Vorauszahlungen des Mitgliedsbeitrages eines Großteils der Kegler, das verlangte Grundkapital aufzubringen.

Nach nochmaliger Vorsprache beim Sportreferat wurde der Sektion ein Kredit von ATS 90.000,-- gewährt, womit der Automatisierung unserer Sportanlage – als erste Niederösterreichs – nichts mehr im Wege stand.

Fast als Dank gelang sowohl der Damen-, als auch der Herrenmannschaft 1960/61 die Erringung des NÖ Landesmeisters.

Es wurden in den weiteren Jahren zahlreiche Umbauten, sowie Erneuerungen durchgeführt. Es kam eine neue Kegelautomatik, der Asphalt wurde erneuert, der Zuschauerraum vergrößert, Küche und Kantine ausgebaut. Als letzte Erneuerung kamen der Kunststoffbelag, sowie neue Anzeigetafeln.

Wie schon einmal erwähnt konnten diese enormen Kosten, die teils durch Sammlungen, Gesellschaftsschnapsen, sowie durch verschiedene Sponsoren eingenommen wurden, nur mühsam gedeckt werden.

In den letzten Jahren wurden einige Erneuerungen bei den Umkleideräumen, Toiletten, Duschen, Kantinenbereich, usw. vorgenommen.

                                                               

Dieses war im Telegrammstil unsere Vereinsgeschichte in den vergangenen 70 Jahren. Wir hoffen und wünschen uns, dass der Verein E.S.V. KREMS – CHEMIE noch sehr lange in so harmonischer und sportlicher Atmosphäre bestehen möge.